Luftaufnahme eines großen Industriekomplexes mit blauen Produktionshallen, hohen Schornsteinen und angrenzenden Betriebsflächen; das Werk liegt inmitten von Grünflächen und Wald unter klarem Himmel.

Rockwool Neuburg: Bauen in Rekordzeit – trotz Pandemie

Umbau unter Volllast

Das Projekt begann unscheinbar an einem grauen Februartag Anfang 2018.

Zu zweit fuhren wir, Peter Struck und Moritz Bundschuh, zu einem neuen Kunden, um Baugrunderkundungen durchzusprechen und gegebenenfalls darüber hinaus zu unterstützen. Schnell stellte sich heraus, dass dieses Projekt größer und herausfordernder sein würde als zunächst gedacht. Bei dem Kunden handelte es sich um Rockwool, die bei laufender Produktion einen Standort umfassend modernisieren wollten. Das Unternehmen produziert unter anderem Steinwolle, welche etwa zum Dämmen genutzt wird.  Der Zeitplan war eng, die Rahmenbedingungen anspruchsvoll und eine Vorlaufzeit für das Projekt nicht gegeben. Nach der Frage, ob wir umgehend anfangen könnten, mussten wir kurz schlucken – um dann mit voller Kraft loszulegen. Gesagt, getan: Wir übermittelten die Referenzen und trafen uns keine zwei Wochen später mit der in Kopenhagen neu installierten Projektleitung Rockwools. Ziel des Unternehmens war es, im Frühjahr 2020 mit der Produktion der neuen Anlagen starten zu können. Allerdings waren auf dem Gelände noch eine Produktionshalle sowie deren Lagerflächen in Betrieb. Wir mussten am offenen Herzen operieren und sahen auch für Rockwool einige Herausforderungen.

Wir fragten Rockwools Projektleiter, ob ihnen bewusst wäre, dass sie die Produktion verdoppeln, aber auch 80 Prozent der Lagerflächen verlieren würden. Sie antworteten lächelnd, dass es sogar 100 Prozent der Lagerflächen wären. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass wir einander verstehen. Mit vereinten Kräften begannen wir mit dem Umbau. Dabei standen wir in Konkurrenz mit einem US-Schwesterprojekt. Die Maßgabe war: Wer als erster fertig wird, geht in die Produktion. Allerdings: Das besagte Schwesterprojekt hatte einen Vorsprung von einem halben Jahr!

Schnell übernahmen wir folgende Tätigkeiten:

Baugrunderkundung und Planung Rückbauplanung Gebäude und Lagerflächen Neuplanung, Ausbau und Modernisierung der bestehenden Lagerflächen und deren effizientere Nutzung Partner finden für den Kunden Logistikkonzepte erstellen, abstimmen Terminpläne erstellen, abstimmen und die aktuelle Produktion nicht vergessen Lagerflächen neu ausweisen und mit der bestehenden Produktion verzahnen Genehmigungen ausarbeiten, einreichen, Ausgleichsfläche erstellen Planung finalisieren LV erstellen Bietergespräche führen und Partner finden Baustelle managen Und nicht zuletzt: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation

Im Dezember 2018 war es dann so weit: Das Baufeld war frei, die Arbeiten vergeben, im Januar 2019 konnte die Baufirma mit ihren Arbeiten beginnen. Im Mai standen die ersten Stahlträger. Das Richtfest der ersten Halle konnte sechs Wochen später gefeiert werden. Im Oktober wurden die ersten Hallen beheizt, der Einbau der Anlage begann. Im Februar 2020 waren wir auf der Zielgeraden. Die ersten Testläufe der Produktion verliefen positiv. Von Corona redete noch niemand.   Mitte März 2020 konnten dann unsere dänischen Kollegen von einem auf den anderen Tag nicht mehr einreisen. Schnell leerte sich die Baustelle, denn auch die vornehmlich aus Osteuropa stammenden Handwerker wollten verständlicherweise zu Ihren Familien – und dies bestenfalls ohne zwei Wochen in einem Quarantäne-Zeltlager zu verbringen. Letztendlich war Corona jedoch nur eine weitere Herausforderung, die wir als Team annehmen und lösen konnten.

Auf der Baustelle wurde Englisch, Deutsch und Dänisch gesprochen – dennoch funktionierte die Kommunikation. Eine gewisse Portion Humor, aber auch Hartnäckigkeit, Erfahrung, Innovationen und modernste Technik halfen, das Projekt erfolgreich abzuschließen. Von Seiten der Ginger HPC AG unterstützten wir etwa unsere Kollegen in Dänemark auch mit regelmäßigen Drohnenflügen. Mit dem Handy am Ohr zeigten wir Detailfotos der Baustelle und berichteten über den Fortgang der Arbeiten. Flexibel passten wir den Bauablauf den Covid-19-Bestimmungen an. So stellten wir etwa Außenanlagen fertig, als die Baustelle gerade aufgrund des Teil-Lockdowns ruhig war. Im Mai 2020 erreichte uns dann folgende Nachricht unseres Projektleiters, zusammen mit Bildern der ersten Rockwool aus der neuen Produktion. 

Nachricht des Projektleiters

Hallo zusammen, ich bin sehr stolz auf das, was wir in der kurzen Zeit im NEU 9-Projekt erreicht haben! Die heutige Produktion der ersten Wolle ist ein Meilenstein, den wir alle mit großem Aufwand erreicht haben – und dieses Ergebnis basiert heute auf einer ausgezeichneten guten Zusammenarbeit und bietet einen Punkt, um die Ziellinie jetzt noch näher zu sehen. Tests im Allgemeinen und die heißesten werden in der kommenden Zeit fortgesetzt. Nutzen wir den großartigen Moment, um in kurzer Zeit die Energie für den letzten Sprint zur endgültigen Übergabe an die Rockwool GmbH zu gewinnen. Bitte geben Sie diese Wertschätzung an alle in Ihren Teams weiter. Schönen Abend

Dem lässt sich kaum etwas hinzufügen: Auch wir sind stolz auf das Erreichte und freuen uns über kommende Projektschritte.

Auftraggeber:
Rockwool
Projektbeginn:
Feb. 2018
Projektdauer:
2 Jahre

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