Abandoned industrial site with dark, contaminated ground and scattered debris; former factory buildings and conveyor structures in the background, surrounded by hilly landscape under a partly cloudy sky.

Verschollene Flüsse und die Folgen des Krieges: Ginger HPC im Kosovo

Aufbau von Fachkompetenz für kontaminierte Standorte im Kosovo

Die Ginger HPC GmbH unterstützt den Aufbau von Wissen und Expertise im Kosovo mithilfe aufwändig vorbereiteter Workshops. Dr. Christoph Olk, ehem. Niederlassungsleiter in Kriftel/Frankfurt am Main, vermittelte die nötigen fachlichen und technischen Kenntnisse an Fachministerien, lokale Behörden, Unternehmen und Privatpersonen, die mit kontaminierten Standorten befasst sind.

„Angefragt wurden wir von der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Gemeinsam mit lokalen Institutionen haben wir mit großem Enthusiasmus und Spaß an der Sache die Schulungen für den Kosovo geplant und auf die Menschen bzw. Teilnehmer zugeschnitten. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Kosovo ein offenes, kulturell vielfältiges und freundliches Land ist und uns einiges mit den Kosovaren auch historisch verbindet“

Dr. Christoph Olk.

Verschmutzung durch Krieg:

Die NATO nutzte im Kosovo-Krieg Uranmunition, sogenannte DU-Munition. Das abgereicherte Uran (DU), ein Abfallprodukt der Atomindustrie, hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren und eine extrem hohe Dichte. Geschosse mit einem solchen Kern durchdringen auch Panzer und Stahlbeton. Von intakter DU-Munition geht keine Gefahr aus. Doch beim Aufprall der Munition wird ein Teil des Urans pulverisiert. Dabei entsteht Uranoxid-Staub, welcher dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen zufolge zu Krebs- oder Nierenschäden führen kann.

Eine Bordkanone der eingesetzten Kampfflugzeuge A-10 Thunderbolt feuerte bis zu 3900 Geschosse pro Minute ab, jedes fünfte mit DU-Munition. Die Projektile drangen metertief in den Boden ein – wo sie laut der UNEPeine Gefahr für die Menschen und das dringend benötigte Grund- und Trinkwasser darstellen.

Wie aufwendig eine Dekontamination ist, zeigte die Arbeit von 25 Spezialisten, die in Montenegro eine Fläche von rund 30.000 Quadratmetern bereinigten. In dieser Zeit konnten lediglich 300 DU-Projektile entfernt werden, die im Krieg in gerade mal zwölf Sekunden verschossen worden waren. Neben den Schäden durch DU-Munition, gibt es auch massive Verschmutzungen durch andere Munitionstypen oder etwa zerstörte Öltanks.

Neben den Schäden durch DU-Munition gibt es auch massive Kontaminationen durch andere Munitionsarten oder beispielsweise durch zerstörte Öltanks.
Dr. Christoph Olk ist sich der historischen Rolle des Krieges im Kosovo sehr bewusst:

„Die Schäden und Traumata sind im Land stets präsent und mit den Händen buchstäblich zu greifen. Die Kriegserlebnisse sind, auch vergleichbar mit den Erfahrungen der zweiten Weltkriegsgeneration, tief in der kosovarischen Gesellschaft verankert. Dies ist auch eine Erklärung dafür, dass die Kosovaren unser Schulungsangebot und die Unterstützung auf Augenhöhe dankend angenommen und den starken Willen haben, die Lebensbedingungen in ihrem Land zu verbessern und eine gute Lebensqualität zu schaffen.“

Dr. Christoph Olk.
Auftraggeber:
German Corporation for International Cooperation (GIZ)
Projektvolumen:
300,000 USD
Projektbeginn:
Jan. 2026
Projektdauer:
10 months
Projektstandort:
Montenegro
Fläche:
30,000 sqm

Das Ungewisse unter den Füßen

Während die Uranmunition von westlichen Nichtregierungsorganisationen und die Luftverschmutzung von der lokalen Bevölkerung des Kosovos thematisiert werden, fehlen dem Boden Fürsprecher. Dabei wären diese dringend nötig

„Die Ginger HPC GmbH ist seit vielen Jahren in Deutschland, aber auch in anderen europäischen und außereuropäischen Regionen aktiv an der Untersuchung und Sanierung von Boden- und Grundwasserkontaminationen, sowie an der Beseitigung der damit verbundenen Entwicklungshemmnissen beteiligt. Es geht dabei um eine pragmatische, finanziell stemmbare und nutzungsorientierte Unterstützung. Die Ginger HPC GmbH deckt durch ihre vielfältigen und erprobten Arbeitsbereiche und Techniken alle Anforderungen ab, um dem Land Kosovo bei der Bewältigung dieser Herausforderungen zur Seite zu stehen. Dabei ist die von Offenheit und Vertrauen geprägte Atmosphäre zwischen den Menschen im Kosovo und den Mitarbeitern der Ginger HPC GmbH eine sehr gute und unverzichtbare Voraussetzung für eine weiterhin erfolgversprechende zukünftige Zusammenarbeit.“

Eine konzentrierte Zusammenarbeit in den Bereichen Altlastensanierung oder Energieversorgung im Kosovo ist dringend notwendig. Die Weltbank schätzt die jährlichen Kosten durch Umweltverschmutzung im Kosovo in einem mittleren Szenario auf 222 Millionen Euro.

Der albanische Publizist und Musiker Migjen Kelmendi beschrieb in dem Song „Stadt ohne Fluss“ die versteckten Flüsse als Symbol der versteckten Identität Prištinas. Er widmete ihnen auch ein Buch und nutzte sie als Metapher für die Einstellung der ehemaligen kommunistischen Machthaber. Heute erinnern die verschmutzten, verdreckten und teils verschwundenen Flüsse eher an das Gedächtnis von Wasser, Luft und Böden

Kohle, Bergbau und Bodenverschmutzung

Im Kosovo werden unter anderem Braunkohle, Marmor, Blei, Nickel, Chrom, Bauxit, Silber, Magnesit und Zink abgebaut. Die Bergbautradition reicht bis in vorrömische Zeiten zurück. Auch im sozialistischen Jugoslawien nahm der Bergbau eine bedeutende Stellung ein. Aus dieser Zeit stammen die beiden Braunkohlekraftwerke Kosova A und B. Sie deckten ihrerzeit fast den kompletten Energieverbrauch des Landes ab, sind heute aber veraltet, entsprechend ineffizient und unzuverlässig. Die Weltbank bezeichnet Kosova A als die „größte punktuelle Quelle für Umweltverschmutzung in Europa – die schlimmste Dreckschleuder in Europa“. Das Ausmaß der Luftverschmutzung in Kosovos Hauptstadt Priština wurde spätestens durch Aufzeichnungen der US-Botschaft bekannt.

In der Hauptstadt des Kosovos gibt es keine Flüsse. Der namensgebende Priština und der Vellusha verschwanden in den Fünfzigern zugeschüttet mit Müll und Erde. Flüsse, die nicht vom Erdboden verschwanden, sind in den Balkanländern oftmals kontaminiert so wie auch viele Böden. Der Grund: unvorsichtiger oder nachlässiger und unwissender Umgang mit schädlichen Stoffen und massive Schädigungen durch den Krieg.

Erdverkabelung: Ginger HPC als Advokat des Bodens und der bauausführenden Unternehmen

Die Dringlichkeit des Netzausbaus, um die Energiewende voranzubringen, ist auch durch den Ukraine-Krieg offensichtlich geworden. Proteste von Anwohner:innen erregen regelmäßig…
Mehr erfahren

DNBA: Die kostengünstigste Art, Grundwasser zu sanieren und Flächennutzung zu ermöglichen

Knapper werdende Grundstücksressourcen machen die Umnutzung brachliegender Flächen, sogenannter Brownfields, immer wichtiger. Industrie und Immobilienbranche sehen sich hier oft Rechts-…
Mehr erfahren

Bauen in doppelter Wasserlage

Die Hamburger HafenCity ist eines der eindrucksvollsten Bauprojekte in Hamburg: Entlang der Elbe entsteht hier seit 2001 ein komplett neuer…
Mehr erfahren

Dem Wasser gefolgt: Generalentwässerungsplan für Meerbusch

Der Auftrag war klar: Der inzwischen 20 Jahre alte Generalentwässerungsplan sollte aktualisiert werden. Neu waren nicht nur diverse Baumaßnahmen oder…
Mehr erfahren

In-situ: Wie von Zauberhand entfernt

Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe sind nur schwer aus dem Boden zu entfernen. Bernadette Bohnert und ihr Team nutzten für die Schadstoffsanierung…
Mehr erfahren

Rockwool Neuburg: Bauen in Rekordzeit – trotz Pandemie

Das Projekt begann unscheinbar an einem grauen Februartag Anfang 2018. Zu zweit fuhren wir, Peter Struck und Moritz Bundschuh, zu…
Mehr erfahren

Sanierungskosten minimieren, Dealbreaker vermeiden: Über die Arbeit mit TERQ-basierten Sanierungsplänen

Die Zahl unbebauter Grünflächen ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen und rückt die Konversion und Nutzung stillgelegter Industrieflächen, sogenannter…
Mehr erfahren

Bundes-Immissionsschutzgesetz: Ginger HPC als Übersetzer

Anfang der 1970er-Jahre legte die Bundesregierung ihr erstes Umweltprogramm vor. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz soll vor schädlichen Umwelteinwirkungen schützen. Und so kommen…
Mehr erfahren

Kesslergrube trifft auf Ambition: Eine der ehrgeizigsten Sanierungen Deutschlands

Ambitionierte Sanierung statt “aus den Augen, aus dem Sinn”: Mit der Ginger HPC AG als Partner saniert Roche gründlich und…
Mehr erfahren

Auf den Spuren Elmshorns – zwischen historischen Altlasten und modernem Stadtumbau

Die norddeutsche Stadt Elmshorn erfindet ihre Mitte neu: Ein neues Rathaus, neue Wohn- und Geschäftshäuser, und eine malerische, baumgesäumte Promenade…
Mehr erfahren

Ausgezeichnet! Altlastensanierung in Ulm

Bei dem Sanierungsprojekt, das wir Ihnen diesmal vorstellen, handelt es sich um eines der größten innerstädtischen Altlastenprojekte in Baden-Württemberg –…
Mehr erfahren

Verschollene Flüsse und die Folgen des Krieges: Ginger HPC im Kosovo

Die Ginger HPC GmbH unterstützt den Aufbau von Wissen und Expertise im Kosovo mithilfe aufwändig vorbereiteter Workshops. Dr. Christoph Olk,…
Mehr erfahren

Ihre Vorteile mit Ginger HPC

Mehr als 75 Jahre Erfahrung

Seit 1948 verbindet Ginger HPC Fachwissen und Präzision in Umwelt- und Ingenieurprojekten – für zuverlässige Lösungen, die langfristig Bestand haben.

Starkes internationales Netzwerk

Mit Standorten in ganz Europa, als Teil der Ginger-Gruppe und als Gründungsmitglied der Inogen Alliance verbinden wir globale Perspektiven mit lokaler Expertise in jedem Projekt.

Ausgezeichnete Nachhaltigkeit

Von internationalen Zertifizierungen bis zu Branchenpreisen – unsere Auszeichnungen stehen für ingenieurtechnische Präzision, hohe Standards und einen kontinuierlichen Innovationsanspruch.

Unsere Leistungs-Bereiche

Flächenrecycling

Flächenrecycling

Erfahrung. Verantwortung. Weltweit.

Leben ist Wandel, jederzeit und vielfältig. Auf freien Flächen entstehen neue Anlagen und Gebäude. Woanders werden genutzte Flächen rückgebaut…

Umwelt und Sicherheit

Umwelt und Sicherheit

Erfahrung. Verantwortung. Weltweit.

Umwelt und Lebensumstände bestimmen in hohem Maß unsere Lebensqualität. Entwicklungen bedeuten Veränderungen. Eine nachhaltige Umweltentwicklung…

Infrastruktur

Infrastruktur

Erfahrung. Verantwortung. Weltweit.

Regional wirtschaftliche Ziele im Sinne einer investiven Infrastrukturpolitik können nur mithilfe einer wohlüberlegten Infrastrukturplanung…

Cookie Consent mit Real Cookie Banner