Aktenblätter adé: Digital Schadstoffe managen
Lange Zeit wurden Schadstoffgutachten in Aktenordnern verstaut. Für Eigentümer großer Flächen oder zahlreicher Liegenschaften waren diese Informationen oft unübersichtlich und schwer handhabbar. Frau Dr. Metzner und Herr Schubert aus Frankfurt haben zu diesem Zweck ein neues Tool entwickelt, welches inzwischen sogar auf dem Weg zum Patent ist.
Die Gebäudeschadstoff-Experten der Abteilung Immobilien sehen selten nur eine Wand, eine Brachfläche oder einen Dachstuhl. Seit fast 30 Jahren beschäftigt sich Frau Dr. Metzner, die Leiterin dieser Abteilung, mit Schadstoffen und Wegen, um diese aus Gebäuden und Böden zu entfernen. Keine leichte Aufgabe. Schadstoffe lassen sich oft nur mit großem Aufwand aufspüren und sie werden immer zahlreicher: Zwar wurden viele Schadstoffe innerhalb der letzten Jahrzehnte aus dem Verkehr gezogen, allerdings kommen regelmäßig neuartige Stoffe hinzu.
Angesichts dieser Vielzahl alter und neuer Schadstoffe die Übersicht zu behalten, fällt vielen Eigentümern von Gebäuden schwer. Dr. Metzner weiß das nur allzu gut. Mit ihrem interdisziplinären Team begleitet sie seit vielen Jahren Kunden, die über einen großen Bestand an Immobilien verfügen oder viele Liegenschaften managen. Lange Zeit wurden die verschiedenen Gebäude und Flächen auf Schadstoffe untersucht. Lag kein dringender Handlungsdruck vor, wurden die Schadstoff-Informationen auf Karteikarten notiert und in Aktenordnern archiviert.
Dr. Metzner und ihr Team wollten das ändern: Sie entwickelten die inzwischen zum Patent angemeldete HPC-Gebäudeschadstoff-Datenbank „All About Remove“. Nun sind die unzähligen Werte und Daten digitalisiert und lassen sich beispielsweise pro Liegenschaft oder Schadstoff-Typ aufrufen. Sperrige Datensätze werden so handhabbar – auch für Entscheider, die wenig Zeit haben, sich mit den schädlichen Stoffen und Grenzwerten zu beschäftigen. Vielen Kunden wurden die Vorteile dieser Digital-Lösung schnell klar: Wer Schadstoffe in einer Liegenschaft aus dem Gebäude oder Boden holt, kann schnell eruieren, ob sich die Maßnahme bei anderen Liegenschaften ebenfalls anwenden lässt. Auf diese Weise lassen sich nicht zuletzt auch Kosten sparen.
Der Schlüssel für diese Innovation liegt in ihrer Teamarbeit. Patentinhaber sind Frau Metzner und Herr Maro Schubert. Beide arbeiten eng mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Immobilien ihrer HPC-Niederlassung in Kriftel/Frankfurt am Main zusammen. Die Kolleginnen ergänzen sich nicht nur in ihren Expertisen, sondern auch in ihrer Altersstruktur. “Besonders gern kombinieren wir alte Hasen und Frischlinge. Die alten Hasen überprüfen den Prozess nach dem Vier-Augen-Prinzip. Die jungen Kolleginnen und Kollegen bringen neue Ideen rein.”
Mit der digitalen Datenbank können Unternehmen die Schadstoffe in den eigenen Liegenschaften systematischer und effizienter handhaben als zuvor. Dank der neuen Systematik und modernen Prozesse verringern sich Arbeitsaufwand und Fehleranfälligkeit.
In diesem Jahr konnte beispielsweise ein spannendes und komplexes historisches Immobilien-Ensemble in kürzester Zeit intensiv untersucht werden. Mehr als 400 Proben wollen mit System verwaltet werden. In wenigen Monaten entstanden aus der Datenbank und den Schadstoff-Informationen ein Sanierungskonzept und eine Sanierungsplanung. Die Schadstoffsanierung läuft bereits, das Monitoring erfolgt ebenfalls unter Einsatz der Datenbank. Dies ist nur eines von vielen Beispielen für die Leistungsfähigkeit dieses modernen IT-Tools.